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18. August 2026

Welche Erkrankung löst innere Unruhe aus?

Zuletzt aktualisiert am 2. Juni 2026

Innere Unruhe kann viele Ursachen haben. Häufig stecken psychische Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen oder Burnout dahinter, aber auch körperliche Erkrankungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder Herzrhythmusstörungen können das Gefühl innerer Unruhe auslösen. Oft ist es eine Kombination aus körperlichen, psychischen und äußeren Faktoren. Die folgenden Abschnitte beleuchten die wichtigsten Zusammenhänge und geben Orientierung, wann und wie Sie Unterstützung finden können.

Welche körperlichen Symptome begleiten innere Unruhe?

Innere Unruhe zeigt sich fast immer auch im Körper. Typische Begleitsymptome sind Herzrasen, Zittern, Schwitzen, Schwindel und ein Engegefühl in der Brust. Manche Menschen erleben außerdem Atemnot, Übelkeit oder das Gefühl, die Kontrolle über den eigenen Körper zu verlieren. Diese Reaktionen entstehen, weil das Nervensystem in einen Alarmzustand versetzt wird.

Der Körper reagiert auf innere Unruhe ähnlich wie auf eine äußere Bedrohung: Er schüttet Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol aus, die kurzfristig Energie mobilisieren sollen. Das ist an sich eine sinnvolle Schutzreaktion. Problematisch wird es, wenn diese Reaktion dauerhaft oder ohne erkennbaren Auslöser auftritt.

Zu den häufigsten körperlichen Symptomen zählen:

  • Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag
  • Zittern oder Kribbeln in den Gliedmaßen
  • Schwitzen, auch ohne körperliche Anstrengung
  • Schwindel oder Benommenheit
  • Atemnot oder das Gefühl, nicht tief genug atmen zu können
  • Übelkeit oder Magenprobleme
  • Druck oder Beklemmung im Brustraum
  • Muskelverspannungen, besonders im Nacken und in den Schultern

Wichtig zu wissen: Treten solche Symptome auf, sollte zunächst eine ärztliche Abklärung erfolgen, um körperliche Ursachen auszuschließen. Herzrasen und Brustschmerzen können sowohl auf Stress als auch auf organische Erkrankungen hinweisen.

Welche psychischen Erkrankungen gehen mit innerer Unruhe einher?

Innere Unruhe ist ein zentrales Merkmal mehrerer psychischer Erkrankungen. Am häufigsten tritt sie bei Angststörungen auf, aber auch Depressionen, Burnout, posttraumatische Belastungsstörungen und Schlafstörungen gehen oft mit einem ausgeprägten Gefühl innerer Unruhe einher.

Bei Angststörungen ist die Unruhe oft dauerhaft vorhanden und kann sich in Form von Panikattacken, sozialen Ängsten oder Phobien äußern. Betroffene erleben häufig eine starke Besorgnis, die sich auf viele Lebensbereiche erstreckt, und neigen dazu, bestimmte Situationen oder Orte zu meiden.

Bei Depressionen erscheint innere Unruhe auf den ersten Blick widersprüchlich, weil viele Menschen Depressionen mit Antriebslosigkeit verbinden. Tatsächlich gehört ein Zustand innerer Getriebenheit, der sogenannten agitierten Depression, zu den häufigeren Erscheinungsformen.

Beim Burnout entsteht die Unruhe oft aus einem anhaltenden Erschöpfungszustand, kombiniert mit dem Gefühl, trotzdem nicht abschalten zu können. Auch Schlafstörungen und posttraumatische Belastungsstörungen sind häufig mit einem dauerhaft erhöhten inneren Anspannungsniveau verbunden.

Wie unterscheidet sich Angststörung von normaler Anspannung?

Der wesentliche Unterschied zwischen einer Angststörung und normaler Anspannung liegt in der Verhältnismäßigkeit, der Dauer und dem Ausmaß der Beeinträchtigung. Normale Anspannung entsteht in konkreten Belastungssituationen und klingt danach ab. Bei einer Angststörung ist die Angstreaktion anhaltend, schwer kontrollierbar und schränkt den Alltag spürbar ein.

Normale Anspannung vor einem wichtigen Gespräch oder einer unbekannten Situation ist ein gesunder Mechanismus. Sie hilft, konzentriert und aufmerksam zu bleiben, und lässt nach, sobald die Situation vorbei ist.

Eine Angststörung liegt dann nahe, wenn:

  • die Angst unverhältnismäßig stark im Vergleich zur tatsächlichen Situation wirkt
  • sie über Wochen oder Monate anhält
  • Alltagsaktivitäten, Arbeit oder soziale Kontakte dadurch eingeschränkt werden
  • Situationen oder Orte aktiv gemieden werden, um der Angst auszuweichen
  • körperliche Symptome wie Herzrasen oder Schwindel regelmäßig auftreten, ohne organische Ursache

Eine Diagnose kann nur von einer Ärztin, einem Arzt oder einer psychotherapeutischen Fachkraft gestellt werden. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihre innere Unruhe über normale Anspannung hinausgeht, kann ein Selbsttest bei Angst eine erste Orientierung geben.

Was passiert im Körper bei anhaltender innerer Unruhe?

Bei anhaltender innerer Unruhe befindet sich das Nervensystem dauerhaft in einem erhöhten Alarmzustand. Das bedeutet: Der Körper produziert kontinuierlich Stresshormone, ohne dass eine Erholungsphase folgt. Das kann sich langfristig auf viele Organsysteme auswirken, darunter das Herz-Kreislauf-System, das Immunsystem und die Schlafqualität.

Kurzfristig ist die Stressreaktion des Körpers nützlich. Langfristig aber kann ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel unter anderem dazu beitragen, dass:

  • der Schlaf schlechter wird und Einschlafen schwerfällt
  • das Immunsystem geschwächt wird
  • Konzentration und Gedächtnis nachlassen
  • Muskeln chronisch verspannt bleiben
  • die emotionale Belastbarkeit sinkt

Hinzu kommt, dass anhaltende Unruhe oft einen Kreislauf erzeugt: Die körperlichen Symptome werden selbst als bedrohlich wahrgenommen, was die Angst und Unruhe weiter verstärkt. Dieses Wechselspiel zwischen Körper und Psyche ist ein zentrales Merkmal vieler Angststörungen.

Wann sollte man bei innerer Unruhe ärztliche Hilfe suchen?

Ärztliche Hilfe bei innerer Unruhe sollte dann gesucht werden, wenn die Beschwerden länger als einige Wochen anhalten, den Alltag beeinträchtigen oder von starken körperlichen Symptomen begleitet werden. Auch dann, wenn die Unruhe plötzlich und ohne erkennbaren Auslöser auftritt, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Konkrete Hinweise, dass professionelle Unterstützung wichtig ist:

  • Die innere Unruhe lässt sich kaum noch kontrollieren
  • Schlaf, Arbeit oder soziale Beziehungen leiden spürbar darunter
  • Es kommt zu Panikattacken oder Phasen starker Todesangst
  • Bestimmte Situationen oder Orte werden konsequent gemieden
  • Körperliche Symptome wie Herzrasen oder Atemnot treten regelmäßig auf
  • Das Gefühl entsteht, die Kontrolle über die eigenen Gedanken oder die Realität zu verlieren

Ein erster Schritt kann das Gespräch mit der Hausärztin oder dem Hausarzt sein. Sie können körperliche Ursachen ausschließen und bei Bedarf an eine psychotherapeutische Fachkraft überweisen.

Wichtig: Bei akuten Krisen, Gedanken, sich selbst zu verletzen, oder wenn Sie sich in einer Notlage befinden, wenden Sie sich bitte sofort an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117), den Notruf (112) oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar).

Wie werden Erkrankungen mit innerer Unruhe behandelt?

Erkrankungen, die mit innerer Unruhe einhergehen, werden je nach Diagnose und Schweregrad unterschiedlich behandelt. Bewährte Ansätze umfassen Psychotherapie, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie, medikamentöse Behandlung sowie ergänzende Maßnahmen wie Entspannungsverfahren und Achtsamkeitstraining.

Psychotherapie

Die kognitive Verhaltenstherapie gilt als gut untersuchtes Verfahren bei Angststörungen und anderen Erkrankungen, die mit innerer Unruhe verbunden sind. Sie zielt darauf ab, belastende Denkmuster zu erkennen und schrittweise zu verändern. Auch systemische Therapie und achtsamkeitsbasierte Verfahren werden in der Behandlung eingesetzt.

Medikamentöse Unterstützung

In manchen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein, zum Beispiel mit Antidepressiva, die auch bei Angststörungen eingesetzt werden. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt gemeinsam mit der betroffenen Person.

Ergänzend können Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Atemübungen oder regelmäßige körperliche Bewegung dabei helfen, das Nervensystem zu beruhigen. Diese Maßnahmen ersetzen keine professionelle Behandlung, können aber eine hilfreiche Ergänzung sein.

Wie Novego bei innerer Unruhe und Angst unterstützen kann

Wenn innere Unruhe mit Ängsten, Panik oder Phobien zusammenhängt, kann unser Online-Therapieprogramm bei Angst eine wertvolle Unterstützung sein, zum Beispiel während der Wartezeit auf einen Therapieplatz oder begleitend zu einer laufenden Behandlung.

  • Basiert auf kognitiver Verhaltenstherapie: Die Inhalte vermitteln bewährte Strategien, um Angst und innere Unruhe besser zu verstehen und schrittweise zu verändern.
  • Individuell angepasst: Das Programm berücksichtigt verschiedene Angstdiagnosen, darunter soziale Phobie, Agoraphobie und Panikstörungen.
  • Flexibel von zu Hause nutzbar: Sechs wöchentliche Module mit etwa 45 bis 60 Minuten Bearbeitungszeit pro Woche, mit 365 Tagen Zugriff.
  • Als DiGA vom BfArM gelistet: Das Programm ist im DiGA-Verzeichnis gelistet und für gesetzlich Versicherte kostenfrei auf Rezept erhältlich.
  • Klinisch untersucht: Die Wirksamkeit wurde in Studien untersucht, unter anderem in Zusammenarbeit mit dem UKE Hamburg.

Wenn Sie möchten, können Sie zunächst einen ersten Eindruck gewinnen und prüfen, ob das Programm zu Ihrer Situation passen könnte. Sprechen Sie gerne mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Psychotherapeutin darüber, ob Novego als Ergänzung für Sie sinnvoll sein kann.


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Dies ist eine unabhängige Patienteninformation mit dem Ziel, Ihnen bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, die auch ohne medizinisches Fachwissen verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt oder Psychotherapeut konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.