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27. August 2026

Wie lange krankschreiben bei Angststörungen?

Zuletzt aktualisiert am 2. Juni 2026

Bei einer Angststörung kann eine Krankschreibung wenige Tage bis mehrere Monate dauern, je nachdem, wie stark die Beschwerden sind und wie schnell eine geeignete Behandlung beginnt. Die Länge richtet sich nicht nach der Diagnose allein, sondern danach, ob Sie im Alltag und am Arbeitsplatz wieder handlungsfähig sind. Die folgenden Abschnitte beantworten die häufigsten Fragen rund um Krankschreibung, Rückkehr in die Arbeit und begleitende Unterstützungsmöglichkeiten.

Wann bin ich bei einer Angststörung arbeitsunfähig?

Arbeitsunfähig bei einer Angststörung sind Sie dann, wenn die Beschwerden so ausgeprägt sind, dass Sie Ihre beruflichen Aufgaben nicht mehr zuverlässig erfüllen können. Das gilt unabhängig davon, ob eine formale Diagnose bereits vorliegt. Entscheidend ist, dass die Symptome Ihre Arbeitsfähigkeit konkret einschränken.

Typische Situationen, in denen eine Krankschreibung sinnvoll und berechtigt sein kann, sind zum Beispiel:

  • Starke Angst vor dem Weg zur Arbeit oder vor dem Arbeitsplatz selbst
  • Panikattacken, die regelmäßig auftreten und die Konzentration unmöglich machen
  • Körperliche Begleitsymptome wie Herzrasen, Schwindel oder Übelkeit, die den Arbeitsalltag erheblich beeinträchtigen
  • Ausgeprägtes Vermeidungsverhalten, das dazu führt, dass Sie bestimmte Situationen am Arbeitsplatz nicht mehr aufsuchen können
  • Schlafstörungen durch Angst, die tagsüber zu starker Erschöpfung führen

Die Entscheidung über eine Krankschreibung trifft Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt. Es geht dabei nicht darum, ob Sie sich „schwach“ fühlen, sondern darum, ob eine Erkrankung vorliegt, die Ihre Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Angststörungen sind anerkannte psychische Erkrankungen, bei denen eine Krankschreibung genauso selbstverständlich ist wie bei körperlichen Beschwerden.

Wie lange dauert eine Krankschreibung bei Angststörungen typischerweise?

Eine Krankschreibung bei Angststörungen dauert häufig zwischen einer und mehreren Wochen. Bei leichteren Verläufen kann eine kurze Auszeit von ein bis zwei Wochen bereits ausreichen. Bei stärker ausgeprägten Angststörungen, insbesondere wenn eine intensive Behandlung notwendig ist, kann die Krankschreibung auch mehrere Monate umfassen.

Pauschal lässt sich keine Dauer nennen, weil viele Faktoren eine Rolle spielen:

  • Art der Angststörung: Eine spezifische Phobie kann anders verlaufen als eine generalisierte Angststörung oder eine Panikstörung mit Agoraphobie.
  • Beginn der Behandlung: Wer frühzeitig Unterstützung erhält, kann häufig schneller in den Alltag zurückfinden.
  • Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz: Wenn die Arbeit selbst ein wesentlicher Auslöser der Angst ist, braucht es mehr Zeit und gegebenenfalls auch Anpassungen im Arbeitsumfeld.
  • Allgemeiner Gesundheitszustand und soziales Umfeld: Unterstützung durch Familie, Freundinnen und Freunde sowie ein stabiles Umfeld können den Genesungsprozess fördern.

Wichtig zu wissen: Veränderungsprozesse brauchen Zeit und aktive Mitarbeit. Eine Krankschreibung allein ist keine Behandlung, sondern schafft den Raum, damit die Behandlung wirken kann.

Was passiert nach sechs Wochen Krankschreibung?

Nach sechs Wochen ununterbrochener Arbeitsunfähigkeit endet die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Ab diesem Zeitpunkt übernimmt in der Regel die gesetzliche Krankenkasse die Zahlung von Krankengeld, sofern Sie gesetzlich versichert sind und die Voraussetzungen erfüllen.

Krankengeld beträgt in der Regel etwa 70 Prozent des Bruttolohns, maximal jedoch 90 Prozent des Nettolohns. Es wird für bis zu 78 Wochen innerhalb von drei Jahren für dieselbe Erkrankung gezahlt. Ihre Krankenkasse informiert Sie über die genauen Bedingungen und notwendigen Schritte.

Parallel dazu kann Ihre Krankenkasse ein sogenanntes Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) anregen. Das ist ein strukturierter Prozess, bei dem Arbeitgeber, Arbeitnehmende und gegebenenfalls weitere Stellen gemeinsam überlegen, wie eine Rückkehr in die Arbeit gelingen kann. Die Teilnahme ist freiwillig, kann aber hilfreich sein.

Wenn Sie nach sechs Wochen noch keine psychotherapeutische Behandlung begonnen haben, ist spätestens jetzt ein guter Zeitpunkt, aktiv nach einem Therapieplatz zu suchen oder Ihre Hausärztin beziehungsweise Ihren Hausarzt um eine Überweisung zu bitten. Auf Rezept erhältliche Unterstützung kann dabei helfen, die Wartezeit auf einen Therapieplatz zu überbrücken.

Kann man trotz Krankschreibung eine Online-Therapie machen?

Ja, eine Online-Therapie oder ein digitales Therapieprogramm ist während einer Krankschreibung in der Regel möglich und kann sinnvoll sein. Eine Krankschreibung bedeutet, dass Sie nicht arbeiten sollen, nicht, dass Sie keine Unterstützung in Anspruch nehmen dürfen. Im Gegenteil: Aktive Schritte zur Behandlung können den Genesungsprozess unterstützen.

Digitale Gesundheitsanwendungen, sogenannte DiGAs, sind speziell dafür entwickelt worden, Menschen mit psychischen Belastungen flexibel und ortsunabhängig zu unterstützen. Sie können von zu Hause aus genutzt werden, ohne dass Sie in die Öffentlichkeit müssen, was gerade bei Angst vor bestimmten Situationen ein wichtiger Vorteil sein kann.

Wenn Sie unsicher sind, ob ein digitales Programm für Ihre Situation geeignet ist, sprechen Sie das bitte mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt an. Digitale Angebote ersetzen keine psychotherapeutische Behandlung, können aber eine wertvolle Ergänzung oder Überbrückung darstellen.

Wie komme ich nach einer Angststörung wieder zurück in die Arbeit?

Die Rückkehr in die Arbeit nach einer Angststörung gelingt am besten schrittweise und gut vorbereitet. Ein abrupter Wiedereinstieg kann überfordern, während ein geplanter, strukturierter Übergang die Stabilität stärken kann. Es gibt keinen einzigen richtigen Weg, aber einige Schritte haben sich als hilfreich erwiesen.

Schrittweise Wiedereingliederung

Die sogenannte Hamburger stufenweise Wiedereingliederung ermöglicht es, mit reduzierten Stunden wieder anzufangen und die Arbeitszeit über Wochen hinweg langsam zu steigern. Während dieser Zeit bleiben Sie formal krankgeschrieben und erhalten weiterhin Krankengeld. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin muss einen entsprechenden Wiedereingliederungsplan ausstellen.

Vorbereitung auf belastende Situationen

Wenn die Angst vor der Arbeit selbst ein Teil des Problems ist, kann es helfen, sich konkrete Strategien für schwierige Situationen zu erarbeiten. Das können Atemübungen bei aufkommender Anspannung sein, klare Pausen, feste Ansprechpersonen im Betrieb oder das Einüben von Situationen, die bisher vermieden wurden. Viele dieser Techniken stammen aus der kognitiven Verhaltenstherapie und lassen sich auch im Alltag anwenden.

Sprechen Sie außerdem offen mit Ihrer behandelnden Fachkraft darüber, welche Bedingungen am Arbeitsplatz die Angst begünstigen. Manchmal sind kleine Anpassungen, wie zum Beispiel ein ruhigerer Arbeitsplatz oder flexible Arbeitszeiten, bereits hilfreich. Auch das betriebliche Eingliederungsmanagement kann dabei unterstützen, solche Lösungen mit dem Arbeitgeber zu besprechen.

Wie Novego bei Angst vor der Arbeit helfen kann

Wenn Sie an einer Angststörung leiden und Unterstützung suchen, die flexibel in Ihren Alltag passt, kann unser Online-Therapieprogramm bei Angst eine sinnvolle Ergänzung zu Ihrer Behandlung sein. Das Programm ist als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) vom BfArM geprüft und im DiGA-Verzeichnis gelistet.

Was das Programm bietet:

  • Sechs Wochen strukturiertes Programm mit wöchentlichen Modulen, die etwa 45 bis 60 Minuten pro Woche in Anspruch nehmen
  • Inhalte aus der kognitiven Verhaltenstherapie, die darauf abzielen, hilfreiche Strategien im Umgang mit Angst, Panik und Phobien zu vermitteln
  • Individuell angepasst auf verschiedene Angstdiagnosen, darunter soziale Phobie, Agoraphobie und Panikstörungen
  • Flexibel von zu Hause nutzbar, mit 365 Tagen Zugriff auf die Inhalte
  • Kostenfrei auf Rezept für gesetzlich Versicherte

Das Programm kann als Überbrückung bei Wartezeiten auf einen Therapieplatz, begleitend zu einer laufenden Behandlung oder zur Stabilisierung eingesetzt werden. Ergebnisse können individuell unterschiedlich sein, und aktive Mitarbeit ist ein wichtiger Teil des Prozesses. Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf eine Verordnung an, oder informieren Sie sich direkt über das Programm.


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Dies ist eine unabhängige Patienteninformation mit dem Ziel, Ihnen bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, die auch ohne medizinisches Fachwissen verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt oder Psychotherapeut konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.