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14. September 2026

Welcher ICD-10-Code steht für soziale Angststörung?

Zuletzt aktualisiert am 2. Juni 2026

Die soziale Angststörung wird im ICD-10 mit dem Code F40.1 verschlüsselt. Dieser Code gehört zur Gruppe der phobischen Störungen (F40) und bezeichnet die ausgeprägte Angst vor sozialen Situationen, in denen eine Person von anderen beobachtet oder bewertet werden könnte. Die folgenden Abschnitte beleuchten, was hinter dieser Diagnose steckt, wie sie gestellt wird und welche Möglichkeiten es gibt, Unterstützung zu finden.

Was verbirgt sich hinter dem Code F40.1?

F40.1 steht im ICD-10 für die soziale Phobie, auch soziale Angststörung genannt. Es handelt sich um eine klinisch anerkannte psychische Erkrankung, bei der Betroffene in sozialen oder Leistungssituationen intensive Angst erleben, weil sie befürchten, negativ bewertet, blamiert oder abgelehnt zu werden. Diese Angst geht deutlich über normale Schüchternheit hinaus.

Der ICD-10 ist das internationale Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Erkrankungen und gesundheitliche Probleme. Im Bereich der ICD-10 Angststörungen bildet F40 den Oberbegriff für phobische Störungen, zu denen neben der sozialen Phobie auch die Agoraphobie (F40.0) und spezifische Phobien (F40.2) gehören. Der Code F40.1 wird verwendet, wenn die Angst sich spezifisch auf soziale Situationen bezieht, also etwa auf Gespräche, öffentliche Auftritte, das Essen in Gesellschaft oder andere Alltagssituationen, in denen man im Mittelpunkt stehen könnte.

Wichtig zu verstehen: Ein ICD-10-Code ist keine Bewertung einer Person, sondern ein diagnostisches Werkzeug, das Fachleuten hilft, eine einheitliche Sprache zu sprechen und eine gezielte Behandlung einzuleiten.

Welche Symptome müssen für eine F40.1-Diagnose vorliegen?

Für die Diagnose F40.1 müssen laut ICD-10 bestimmte Kriterien erfüllt sein: Die Angst muss sich auf soziale Situationen beziehen, deutlich ausgeprägt sein, zu Vermeidungsverhalten führen und das alltägliche Leben spürbar beeinträchtigen. Typische Symptome treten sowohl auf körperlicher als auch auf gedanklicher Ebene auf.

Zu den häufigen körperlichen Symptomen gehören:

  • Herzrasen oder Herzklopfen
  • Schwitzen und Zittern
  • Erröten
  • Schwindel oder Übelkeit
  • Beklemmungsgefühl im Brustraum
  • Atemnot

Auf der gedanklichen und verhaltensbezogenen Ebene zeigen sich häufig:

  • Intensive Angst vor negativer Beurteilung durch andere
  • Gedanken wie „Ich werde mich blamieren“ oder „Alle beobachten mich“
  • Vermeidung sozialer Situationen oder das Durchstehen unter großer Anspannung
  • Starke Besorgnis vor, während und nach sozialen Ereignissen

Entscheidend für die Diagnose ist, dass die Angst in einem deutlichen Missverhältnis zur tatsächlichen Bedrohung steht und dass die Beeinträchtigung über einen längeren Zeitraum anhält. Die Einschätzung, ob diese Kriterien vorliegen, ist ausschließlich Aufgabe von Fachleuten.

Wie unterscheidet sich F40.1 von anderen Angststörungen im ICD-10?

F40.1 unterscheidet sich von anderen Angststörungen im ICD-10 vor allem durch den spezifischen Auslöser: die soziale Bewertungssituation. Während bei der generalisierten Angststörung (F41.1) die Sorgen viele Lebensbereiche betreffen und bei der Panikstörung (F41.0) Angstanfälle scheinbar ohne erkennbaren Auslöser auftreten, ist die Angst bei F40.1 klar an soziale oder öffentliche Situationen geknüpft.

Ein Überblick über die wichtigsten Unterschiede:

  • F40.0 Agoraphobie: Angst vor Situationen, aus denen eine Flucht schwierig erscheint, zum Beispiel öffentliche Plätze, Menschenmengen oder öffentliche Verkehrsmittel. Im Vordergrund steht nicht die Bewertung durch andere, sondern das Gefühl der Hilflosigkeit.
  • F40.1 Soziale Phobie: Angst vor sozialen Situationen, in denen man beobachtet oder bewertet werden könnte. Der Kern ist die Furcht vor Blamage oder Ablehnung.
  • F40.2 Spezifische Phobien: Angst vor einem konkreten Objekt oder einer bestimmten Situation, etwa Spinnen, Höhen oder Spritzen, ohne sozialen Bewertungsaspekt.
  • F41.0 Panikstörung: Wiederkehrende, unerwartete Panikattacken ohne spezifischen äußeren Auslöser.
  • F41.1 Generalisierte Angststörung: Anhaltende, übermäßige Sorgen über viele verschiedene Alltagsthemen.

Diese Unterscheidung ist klinisch bedeutsam, weil sie die Grundlage für eine passende Behandlungsplanung bildet.

Wer stellt eine F40.1-Diagnose und wie läuft das ab?

Eine F40.1-Diagnose wird von approbierten Fachleuten gestellt, also von Ärztinnen und Ärzten, Psychiaterinnen und Psychiatern oder psychologischen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Laien können keine offizielle Diagnose stellen, auch wenn Selbsttests eine erste Orientierung bieten können.

Der Diagnoseprozess umfasst in der Regel mehrere Schritte:

  1. Erstgespräch: Die Fachperson erfragt die Art, Häufigkeit und Intensität der Beschwerden sowie deren Auswirkungen auf den Alltag.
  2. Standardisierte Fragebögen: Häufig kommen validierte Erhebungsinstrumente zum Einsatz, die helfen, das Ausmaß der sozialen Angst einzuschätzen.
  3. Ausschluss anderer Ursachen: Körperliche Erkrankungen oder andere psychische Störungen, die ähnliche Symptome verursachen können, werden berücksichtigt.
  4. Diagnosestellung: Wenn die Kriterien des ICD-10 erfüllt sind, wird der Code F40.1 vergeben und eine Behandlungsempfehlung ausgesprochen.

Ein erster Schritt kann sein, mit der Hausärztin oder dem Hausarzt zu sprechen, die oder der bei Bedarf an spezialisierte Fachleute überweist. Wartezeiten auf einen Therapieplatz sind leider häufig lang, weshalb es sinnvoll sein kann, diese Zeit aktiv zu überbrücken.

Welche Behandlungsoptionen gibt es bei einer F40.1-Diagnose?

Bei einer sozialen Phobie (F40.1) gilt die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) als gut untersuchte Behandlungsform. Sie zielt darauf ab, angstauslösende Denkmuster zu erkennen und schrittweise neue Verhaltensweisen zu erproben. Je nach Schweregrad können auch andere Ansätze ergänzend eingesetzt werden.

Zu den gängigen Behandlungsoptionen gehören:

  • Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Bearbeitung von negativen Gedankenmustern und schrittweise Annäherung an angstbesetzte Situationen (Exposition).
  • Achtsamkeitsbasierte Verfahren: Techniken, die helfen können, Angstreaktionen bewusster wahrzunehmen und weniger zu vermeiden.
  • Medikamentöse Unterstützung: In bestimmten Fällen können Ärztinnen und Ärzte eine medikamentöse Behandlung in Betracht ziehen, die in der Regel begleitend zur Psychotherapie eingesetzt wird.
  • Digitale Unterstützungsangebote: Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) können eine sinnvolle Ergänzung zur Behandlung sein, insbesondere in Wartezeiten oder als begleitendes Angebot.

Wichtig: Die Wahl der passenden Behandlung sollte immer gemeinsam mit einer Fachperson besprochen werden. Selbsthilfe und digitale Angebote ersetzen keine professionelle Therapie, können aber unterstützend wirken.

Wie Novego bei sozialer Angst unterstützen kann

Wir bei Novego bieten ein Online-Therapieprogramm bei Angst an, das speziell für Menschen mit Angststörungen, darunter auch soziale Phobien (F40.1), entwickelt wurde. Das Programm ist im DiGA-Verzeichnis des BfArM gelistet und kann kostenlos auf Rezept von gesetzlich Versicherten genutzt werden.

Das Programm bietet unter anderem:

  • Sechs wöchentliche Module mit etwa 45 bis 60 Minuten Bearbeitungszeit pro Woche
  • Inhalte basierend auf kognitiver Verhaltenstherapie, ergänzt durch Achtsamkeitsübungen
  • Individuelle Anpassung an verschiedene Angstdiagnosen, darunter soziale Phobie, Agoraphobie und Panikstörungen
  • 365 Tage Zugriff, flexibel von zu Hause nutzbar
  • Entwickelt und kontinuierlich weiterentwickelt von einem Team aus Fachärztinnen, Psychotherapeutinnen und Psychologen

Das Programm kann als Überbrückung bei Wartezeiten auf einen Therapieplatz, begleitend zu einer laufenden Behandlung oder zur Stabilisierung genutzt werden. Veränderungsprozesse brauchen Zeit und aktive Mitarbeit, aber ein erster Schritt kann sein, sich unverbindlich zu informieren. Erfahren Sie, wie Sie Novego auf Rezept erhalten und starten Sie in Ihrem eigenen Tempo.


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Dies ist eine unabhängige Patienteninformation mit dem Ziel, Ihnen bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, die auch ohne medizinisches Fachwissen verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt oder Psychotherapeut konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.